Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz

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Der Zittauer Epitaphienschatz in der Klosterkirche
Der Zittauer Epitaphienschatz in der Klosterkirche
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Große Ausstellung (30.07.2017 - 07.01.2018) zum Abschluss des Gesamtvorhabens Gesichter der Reformation in der Oberlausitz, in Böhmen und Schlesien, 2012-17 im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien

Wie erlebten die Zittauer das Jahrhundert der Reformation? Was glaubten sie? Wie sahen sie die Welt? Die zahlreichen Epitaphien, die aus Zittaus Kirchen erhalten blieben, geben überraschend vielfältig Auskunft zu diesen Fragen. Sie stehen frisch restauriert im Zentrum der großen Zittauer Schau zur Reformation in der Oberlausitz. Neben den beiden Fastentüchern von 1472 und 1573 wird die Präsentation der Epitaphien ein weiterer Höhepunkt unter den Zittauer Kulturschätzen von überregionalem Rang.

Der Epitaphienschatz
Eine Besonderheit Zittaus ist der überaus reiche und jüngst restaurierte Bestand an Epitaphien des 16. und 17. Jahrhunderts. Epitaphien wurden von Menschen und Familien in Auftrag gegeben, um ihr Andenken für die Nachwelt zu bewahren. Sie sind meist sehr kunstvoll gestaltet und bestehen aus Inschrift und Bild, oft sind die Familien dargestellt. Die Epitaphien gestatten einen eindrucksvollen Blick in die Lebenswelten des Reformationszeitalters, sie zeugen auf intime und anrührende Weise vom Glauben und Hoffen, vom Schicksal und den Nöten der Menschen der damaligen Zeit. Während in vielen Städten keine oder nur wenige dieser Gedächtnismale erhalten blieben, gibt es in Zittau bis zum heutigen Tage über 80 dieser Kunstwerke. Präsentiert wird der Epitaphienschatz in der zu diesem Anlass restaurierten Zittauer Franziskanerklosterkirche St. Peter und Paul.

Eine reichhaltige und aufregende Geschichte
Eingebettet werden diese herausragenden Kunstwerke in die Inszenierung der vielfältigen und ungewöhnlichen Reformationsgeschichte der Oberlausitz. Neben den meist schon früh zur Reformation übergetretenen Städten bestanden hier in unmittelbarer Nachbarschaft katholische Klöster (Marienthal, Marienstern) weiter. In ihrer ökonomischen Entwicklung waren sie eng miteinander verbunden. Auch durch die ehrgeizigen künstlerischen Ausstattungen der Kirchen gab es mannigfaltige gegenseitige Bezugspunkte. Dazu gesellten sich später böhmische Exulanten und die Herrnhuter Brüderunität, die die konfessionelle Vielfalt der Oberlausitz noch bereicherten. Dass man in Zittau bis weit nach Einführung der Reformation das große mittelalterliche Fastentuch – nach Luther eigentlich absolut unzulässig – bis ins späte 17. Jahrhundert weiternutzte und 1573 gar ein neues in Auftrag gab, mag aus heutiger Sicht überraschen, ist aber nur ein weiterer Beleg für die vielen ungewöhnlichen Entwicklungen in der Reformationszeit.

Die Schau der exquisiten Kunstwerke in dem einzigartigen zweischiffigen Kirchenraum wird das zentrale Ausstellungserlebnis 2017 in der Oberlausitz sein.

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Exponatenhighlight: Der Nesensche Lutherpokal findet für die Dauer der Sonderausstellung seinen Weg von Dresden zurück nach Zittau
Nesen'scher Lutherpokal
Nesen'scher Lutherpokal
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Neben dem reichen Epitaphienschatz ist ein weiteres Ausstellungshighlight der Nesensche Lutherpokal, der den Städtischen Museen Zittau für die Dauer der Sonderausstellung vom Grünen Gewölbe geliehen wird. 
Wilhelm Nesen (1493-1524) traf Martin Luther 1521 in Frankfurt und folgte ihm 1523 nach Wittenberg. Luther schenkte seinem Freund einen Trinkbecher aus Kristall. Wilhelm starb aber schon 1524 bei einer Bootsfahrt. Der Professor hinterließ keine Söhne und so ging das Geschenk des Reformators an dessen Bruder Konrad Nesen (1495-1560, Bürgermeister), der von Luther und Melanchthon nach Zittau entsandt wurde, um dort den protestantischen Glauben zu festigen. Das Trinkgefäß nahm er in seine neue Heimat mit. Fortan wurde die Kostbarkeit genau 260 Jahre innerhalb der Familie Nesen in Zittau weitervererbt, bis die männliche Linie der Nesens mit Christian Friedrich Nesen 1793 ausstarb. Dieser vermachte den Pokal dem Grünen Gewölbe in Dresden. Mit der Sonderausstellung gelangt der Nesenpokal nun an den Ort zurück, an dem er jahrhundertlange verwahrt und geschätzt wurde.  

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Feierliche Eröffnung am 30. Juli 2017
von links: Dr. Peter Knüvener (SMZ), Michael Kretschmer (Bundestagsabgeordneter), Thomas Früh (SMWK), Thomas Zenker (OB Zittau), Regina Risy (Sparkassenstiftung Oberlausitz-Niederschlesien), Friedrich-Wilhelm von Rauch (Ostdeutsche Sparkassenstiftung), Dr. Peter Meis (Oberlandeskirchenrat der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens)
von links: Dr. Peter Knüvener (SMZ), Michael Kretschmer (Bundestagsabgeordneter), Thomas Früh (SMWK), Thomas Zenker (OB Zittau), Regina Risy (Sparkassenstiftung Oberlausitz-Niederschlesien), Friedrich-Wilhelm von Rauch (Ostdeutsche Sparkassenstiftung), Dr. Peter Meis (Oberlandeskirchenrat der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens)
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Seit Sonntag, den 30. Juli, ist es soweit. Die hochkarätige Sonderschau „Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz“ wurde eröffnet.

Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, hat als erster Redner des Festaktes die Ausstellung honoriert. Als Oberlausitzer ist ihm diese Epoche der Geschichte nicht fremd:

„Der Titel der Ausstellung bringt es auf den Punkt und die Besucher werden es anhand vieler Exponate und Beispiele erleben: in der Lausitz – im Herzen des Mutterlandes der Reformation – verlief die Reformation ganz anders.“ Im Rahmen der Ausstellung ist auch erstmals der Zittauer Epitaphienschatz zu besichtigen, der nach mehrjähriger Restaurierung in der ebenfalls neu sanierten Klosterkirche erstrahlt. Nie zuvor konnten die imposanten Familiengedächtnistafeln in dieser Fülle und in dieser Pracht gemeinsam gezeigt werden. „Dabei gibt der Zittauer Epitaphienschatz, dessen Restaurierung der Freistaat Sachsen gefördert hat, wunderbare Einblicke in die Lebens- und Vorstellungswelt des konfessionellen Zeitalters. Die Bilder eröffnen den Blick auf den Menschen und seine Vorstellungen von der Welt, Hoffnungen und Ängste. Und genau das sollte uns auch heute im Miteinander antreiben: unser Gegenüber anzuerkennen, wie er ist, und zu verstehen, was ihn bewegt.“

(Stanislaw Tillich)

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Besondere Zeugnisse einer besonderen Reformationsgeschichte
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Prachtvolle katholische Klöster neben reichen evangelischen Städten – in friedlichem Miteinander, seit Einführung der Reformation: Das ist eine Besonderheit der Oberlausitz, in der die Reformation anders verlief als in den meisten anderen Ländern und Regionen. Görlitz oder Zittau, die Klöster Marienstern und Marienthal – es sind zahlreiche Orte, an denen die spannende Geschichte der Reformation in der Oberlausitz erlebbar und fühlbar ist.

Unsere Exponate erzählen diese andere Reformationsgeschichte. So zum Beispiel:

Altarbild aus Schlegel-Burkersdorf
1605
Unbekannter Maler
Öl auf Holz
Leihgabe der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hirschfelde-Dittelsdorf-Schlegel (Johanniskirche Schlegel-Burkersdorf)

Vor einem Altar knien die Gottesdienstbesucher und empfangen Brot und Wein. Damit ist hier ein zentrales Thema der Reformation dargestellt: Das Abendmahl für die Laien in beiderlei Gestalt. Bei der Gemeinde handelt es sich um Mitglieder der Familie Gersdorf, die auf diesem Wege ihr Bekenntnis zur Reformation zum Ausdruck brachte. Auffällig ist, dass die Geistlichen keinen Talar tragen, sondern liturgische Kleidung bestehend aus Albe und Kasel, wie seit dem Mittelalter geläufig.
In der Ebene über dem Gottesdienst findet das letzte Abendmahl Jesu statt – eine sinnfällige Gegenüberstellung, die die Legitimation der evangelischen Abendmahlsauffassung verdeutlicht.
Die kleinen Darstellungen links und rechts zeigen das Gebet am Ölberg und die Gefangennahme Jesu. Der Altar im Altarbild gibt die Taufe Jesu wieder.
Im Jahr 1570 erwarb der Zittauer Rat die Patronatsrechte über die Burkersdorfer Kirche, die zuvor bei der Johanniterkommende von Hirschfelde gelegen hatten. Der Zittauer Rat konnte somit über die Vergabe der Pfarrstellen bestimmen. Mit diesem Schritt wurde die Reformation in Burkersdorf endgültig durchgesetzt.
In Auftrag gegeben wurde das Retabel aber von dem Adeligen Caspar von Gersdorff, der in Burkersdorf ansäßig war und versuchte, stärkeren Einfluss auf das Kirchenregiment zu nehmen. Er stiftete für sich, seine Gemahlin und für seine Brüder Christoph, Rudolph, Hans und seine Vettern Valentin und Nikolaus von Gersdorff.
Das Altarbild diente gleichzeitig als Epitaph der Familie, wie die durch kleine rote Kreuze als verstorben gekennzeichneten Mitglieder zeigen.
Das Dorf Burkersdorf liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Besitzungen des Klosters Marienthal. Evangelische und katholische „Welten“ liegen hier unmittelbar nebeneinander.

 

Zweibändige kolorierte Ausgabe der Kurfürsten-Bibel
Wittenberg, 1544/45
Drucker Hans Lufft
Ledereinbände mit Prägung, zahlreiche kolorierte Holzschnitte, Papier
Leihgabe der Christian-Weise-Bibliothek Zittau, Wissenschaftlicher und Heimatgeschichtlicher Altbestand

Letzte Ausgabe der lutherschen Bibelübersetzung zu Lebzeiten des Reformators.  Sie basiert auf dem Text der Ausgabe von 1541, erhielt aber andere Holzschnittillustrationen. Nach Luthers Tod blieb der Text lange unverändert und wurde erst im 19. Jahrhundert wieder überarbeitet. Die vorliegende Ausgabe enthält ein Porträt des regierenden Kurfürsten von Sachsen, Johann Friedrich I. (1503–1554). Die Titelseite des ersten Bandes zeigt die 14 Wappen des sächsischen Kurfürsten. Den zweiten Band schmückt einleitend die Darstellung des Themas „Gesetz und Gnade“. Dieses Bildthema bringt Luthers Rechtfertigungslehre zum Ausdruck:  die göttliche Gnade ist allein durch den Glauben zu erreichen, nicht durch Ablass oder Wohltaten. In der Gegenüberstellung von Altem (links) und Neuem Testament (rechts) wird der Unterschied von Gesetz und Gnade, Tod und Leben gezeigt. 

 

Epitaphbild für ein Kind aus der Familie zu Maltitz
Andreas Dressler, 1582
Öl auf Holz
Kulturhistorisches Museum Görlitz

Hans von Maltitz auf Hoyerswerda ließ dieses Epitaph für eine verstorbene Tochter malen. Es zeigt das Thema „Lasset die Kindlein zu mir kommen“. Christus nimmt sich der Kinder an, sie empfangen seine Gnade ohne Gegenleistung. Dieses Thema fand im protestantischen Bereich auf Epitaphien weite Verbreitung, wie die Zittauer Beispiele des nebenstehenden Epitaphs Meyer und des Epitaphs Denicke (in der Klosterkirche) zeigen.
Hans von Maltitz war aber katholisch, er suchte sogar seine Herrschaft Hoyerswerda zu rekatholisieren. Die Wahl des Bildthemas zeigt eindrucksvoll das Verschwimmen der Grenzen katholischer und evangelischer Traditionen, z.B.  wenn es um Kirchenausstattungen ging. Überdies wurde auch der Maler Andreas Dreßler aus dem evangelischen Kamenz beauftragt. Auf Dreßler gehen bedeutende Kunstwerke wie die Kanzel der Kamenzer Marienkirche zurück, er war aber auch für andere katholische Auftraggeber tätig (Kloster St. Marienstern).

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Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen
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Mittwoch, 11.10., 17 Uhr
Vortrag "Praeludium und Zeichen einer großen Erlösung. Über Wunderheilungen und Wallfahrten zu Heilquellen im frühneuzeitlichen Luthertum – auch in der Oberlausitz"

Dr. Hartmut Kühne
Museum Franziskanerkloster

Sonntag, 15.10., 15 Uhr
Führung "Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz"

Museum Franziskanerkloster

Mittwoch, 18.10., 17 Uhr
Vortrag: „Der Nesensche Lutherpokal. Ein Zeugnis lutherischer Frömmigkeit und der Lutherverehrung in Zittau“

Uwe Kahl
Museum Franziskanerkloster   

Sonntag, 22.10., 15 Uhr
Führung "Der Zittauer Epitaphienschatz"

Museum Franziskanerkloster

Dienstag, 24.10., 18 Uhr
Vortrag "Zwischen Stolz und Demut. Forschung in Grüften und Mausoleen"

Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl
VHS Zittau

Mittwoch, 25.10., 17 Uhr
Vortrag "Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien"

Dr. Annemarie Franke
Museum Franziskanerkloster

Donnerstag, 26.10., 16 Uhr
Führung "Alle Erinnerung ist Gegenwart. Grufthäuser auf dem Kreuzkirchenfriedhof"

Museum Kirche zum Hl. Kreuz

Samstag, 28.10., 18-23 Uhr - Kulturnacht
18 Uhr, Museum Kirche zum Hl. Kreuz: Denk mal am Fastentuch. "… oder soll alles bleiben wie es ist? Veränderung beginnt bei mir selbst!"
Pastor Matthias Zieboll, Ev.-Method. Kirchgemeinde Zittau

19 Uhr, 20 Uhr, Klosterkirche: Theaterstück "Die Zittauer (schöne) Helena", Theaterstück zum Projekt „Lebendiges Epitaph“ 2017, TheaterAG des Christian-Weise-Gymnasiums

19:30 Uhr, Museum Kirche zum Hl. Kreuz: „Mors certa hora incerta – Der Tod ist gewiss, aber nicht die Stunde. Sterben und Tod – ein gesellschaftliches Tabu?“
René Rixrath

19:30-21 Uhr Museum Franziskanerkloster: Demonstration "Die Ziertechniken der Zittauer Epitaphien"
Roxanne Schindler

 20:30, 21 Uhr, 21:30 Uhr Klosterkirche: "Geheimnisvolle Epitaphien", Kurzführungen u.a. mit Dr. Peter Knüvener

Dienstag, 31.10., 18 Uhr
Hammerschmidt-Ehrung

Eine Veranstaltung der Stadt Zittau, des Euroregionalen Kulturzentrums
Museum Kirche zum Hl. Kreuz

Donnerstag, 2.11., 16 Uhr
Führung „Trauern, Hoffen, Protzen. Der Zittauer Epitaphienschatz“

Museum Franziskanerkloster

Sonntag, 5.11., 15 Uhr
Führung „Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz“

Museum Franziskanerkloster

Mittwoch, 8.11., 17 Uhr
Vortrag  „Die Gemälde der Zittauer Epitaphien und ihre druckgrafischen Vorlagen“

Rudolf Bönisch
Museum Franziskanerkloster

Freitag, 10.11., 15 Uhr
Kinderakademie „Leben mit dem Tod. Zittauer Epitaphien und Grufthäuser“
Dr. Peter Knüvener
Hochschule Zittau, Theodor-Körner-Allee 8, Peter-Dierich-Haus, Hörsaal 0.02                                                                                                                     

Sonntag, 12.11., 15 Uhr
Führung „Der Nesensche Lutherpokal. Glanzstück der Zittauer Reformationsausstellung“ 

Uwe Kahl    
Museum Franziskanerkloster                                  

Mittwoch, 15.11., 17 Uhr
Vortrag „Totenkronen für Himmelskinder. Ein Brauch und seine europäische Dimension“

Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck
Museum Franziskanerkloster

Freitag und Samstag, 17.11. und 18.11.
Tagung
Der Zittauer Epitaphienschatz im überregionalen Kontext
Programm im Downloadbreich unten
Anmeldung bis zum 13.11. unter: museum@zittau.de oder 03583-554790

Sonntag, 19.11., 15 Uhr
"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt..."
Im Angesicht des Todes - Betrachtungen vor den Zittauer Epitaphien mit Pfarrer Thomas Cech und Dr. Peter Knüvener                                                                                     

Museum Franziskanerkloster

Sonntag, 26.11., 15 Uhr
Führung „Der Zittauer Epitaphienschatz“                                                           

Museum Franziskanerkloster

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Angebote für Schulklassen
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In den vergangenen Jahren luden viele Ausstellungen zur Reformation ein. Die Zittauer wird anders, ganz anders. Natürlich kommen auch wir nicht an Martin Luther vorbei, jedoch nahm die Reformation in der Oberlausitz einen anderen Weg – einen, der von Toleranz geprägt war. Ist Ihnen aufgefallen, dass den Bautzener Dom sowohl Katholiken als auch Protestanten nutzen? Oder dass die katholischen Klöster St. Marienthal und St. Marienstern friedlich im Umfeld protestantischer Städte liegen? Diesen konfessionellen Flickenteppich der Oberlausitz möchten wir Ihnen und Ihren Schülern mit Arbeitsblättern, Führungen und Workshops vermitteln: anschaulich, einprägsam und nachhaltig.

Am Dienstag, den 22.8., 15 Uhr bieten wir eine kostenfreie Lehrerfortbildung an. Diese finden Sie auch als externe Veranstaltung beim SMWK unter EXT04115 im Online-Fortbildungskatalog. Ihre Anmeldung richten Sie bitte direkt ans Museum.

Wir freuen uns sehr, dass die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien unser Vermittlungsprogramm und die Anreise von Schulklassen mit dem ÖPNV unterstützt.

Wenn Sie eine Fahrkostenübernahme wünschen, bitten wir Sie, folgendes Verfahren einzuhalten:

1. Sie beantragen die Reisekostenübernahme formlos und direkt bei den Städtischen Museen Zittau (inkl. der Nennung der Schule, der Anzahl der Schüler, der anfallenden Kosten, des Reisedatums und des Termins der Führung).

2. Sie erhalten einen Bescheid per Email.

3. Sie nehmen mit Ihrer Klasse an Führung oder Workshop teil.

4. Sie stellen die Rechnung (inkl. der beigefügten Belege, unter Angabe Ihrer Kontodaten).

5. Wir überweisen Ihnen das Geld.

Für ein ganzheitliches Zittau-Erlebnis empfehlen wir das Angebot des Tourismuszentrums Naturpark Zittauer Gebirge „Entdecke Deine Heimatstadt - Stadtführung für Kinder und Jugendliche".

Informationen finden Sie dazu unter www.zittau.de/de/tourismus-kultur-freizeit/tourist-information/gruppenangebote.  

Oder Sie folgen selbstständig dem Zittauer Sagenpfad. Ein umfangreiches Faltblatt finden Sie im Museum oder bei der Tourist-Info.

Nutzen Sie unser außerschulisches Angebot: Wir machen Geschichte lebendig.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Informationen und Anmeldungen:

Daniela Schüler
Telefon: 03583-54479301
Email: d.schueler@zittau.de

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Downloadbereich
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Eintrittspreise
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Kleines Zittauer Fastentuch oder Großes Zittauer Fastentuch (einzeln)

Erwachsene - 5,00 €

Ermäßigte* - 3,00 €
Schüler ab dem 17. Lebensjahr, Auszubildende, Studierende, Schwerbehinderte,
Empfänger von Sozialleistungen, Inhaber einer Ehrenamtskarte, Bundesfreiwilligendienstleistende

Gruppe - 4,00 €
ab 10 Personen je Person

Gruppe, ermäßigt* - 2,50 €
ab 10 Personen je Person

Persönliche Führungen
bis 15 Personen pauschal - 15,00 €
ab 16 Personen pro Person - 1,00 €

 

Kombikarte**
Großes und Kleines Fastentuch, Dauerausstellung im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster,
Sonderausstellung „Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz“

Erwachsene - 8,00 €

Ermäßigte* - 5,00 €
Schüler ab dem 17. Lebensjahr, Auszubildende, Studierende, Schwerbehinderte,
Empfänger von Sozialleistungen, Inhaber einer Ehrenamtskarte, Bundesfreiwilligendienstleistende

Gruppe - 7,00 €
ab 10 Personen je Person

Gruppe, ermäßigt* - 4,00 €
ab 10 Personen je Person

 

Führungen, max. 25 Personen (Ab 26 Personen müssen 2 Gruppen gebildet werden.)

Gruppe (bis 10 Personen) - 20,00€
jede weitere Person - 2,00 €
jede weitere Person, Ermäßigt* - 1,00 €
 

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr haben freien Eintritt.

Mitglieder des Zittauer Geschichts– und Museumsvereins (ZGMV) erhalten freien Eintritt.
Werden Sie Mitglied: Jahresbeitrag 30,00 € | Aufnahmegebühr 10,- Euro
Jahresbeitrag, ermäßigt 15,00 € | Aufnahmegebühr 5,- Euro
Schüler (ab dem 14. Lebensjahr), Studenten, Arbeitslose und Rentner

*  Kinder/Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr, Auszubildende, Studierende, Schwerbehinderte, Empfänger von Sozialleistungen, Inhaber einer Ehrenamtskarte, Bundesfreiwilligendienstleistende
* *  berechtigt zum einmaligen Besuch des Kulturhistorischen Museums Franziskanerkloster und des Museums Kirche zum Hl.

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Fördermittel & Sponsoring
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Die Sonderausstellung ist Teil der Initiative der »Gesichter der Reformation« und wird ermöglicht durch:

 

Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien,

Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien,

Stadt Zittau,

Deutsche Stiftung Denkmalschutz,

Die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien,

envia Mitteldeutsche Energie AG,

Ernst von Siemens Kunststiftung,

Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Zittau,

Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens,

fit GmbH,

Freistaat Sachsen,

Hermann Reemtsma Stiftung,

Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien,

Kunst auf Lager – Bündnis zur Erschließung und Sicherung von Museumsdepots,

Kulturstiftung der Länder,

Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder,

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen,

Powertrain Technology Group,

So geht sächsisch,

Stadtwerke Zittau,

Staatsministerium des Innern des Freistaates Sachsen,

Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen,

Sächsische Landesstelle für Museumswesen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden,

Zittauer Kunststo­ff GmbH

 

Partner:

Christian-Weise Bibliothek

Hochschule für Bildende Künste Dresden

 

Medienpartner:

Sächsische Zeitung

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Zupełnie inaczej. Reformacja na Łużycach Górnych
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Imponująca wystawa organizowana w sezonie lato/jesień 2017 zwieńcza projekt „Oblicza reformacji na Łużycach Górnych, w Czechach i na Śląsku” realizowany w latach 2012–17 na obszarze kulturowym Górne Łużyce-Dolny Śląsk.

Jak mieszkańcy Żytawy przeżyli okres reformacji? W co wierzyli? Jak postrzegali świat? Liczne epitafia, które zachowały się w kościołach Żytawy, zawierają zaskakująco szczegółowe odpowiedzi na te pytania. Świeżo odrestaurowane tablice stanowią centralny punkt organizowanej w Żytawie dużej wystawy poświęconej reformacji na Łużycach Górnych. Oprócz dwóch zasłon wielkopostnych z 1472 roku i 1573 roku zaprezentowane epitafia należą do najważniejszych żytawskich skarbów dziedzictwa kulturowego, które mogą poszczycić się rangą międzynarodową.

Zbiór epitafiów
Szczególną wartością Żytawy jest nadzwyczaj bogaty, świeżo odrestaurowany zbiór epitafiów z XVI i XVII wieku. Epitafia były wykonywane na zlecenie osób indywidualnych i rodzin, aby zachować pamięć o nich dla przyszłych pokoleń. Tablice o wysokich walorach artystycznych składają się z inskrypcji i obrazu, który często przedstawia samą rodzinę. Epitafia umożliwiają wgląd w niesamowity świat okresu reformacji, w intymny i poruszający sposób przybliżają kwestie wiary i nadziei, losów i potrzeb ówczesnych ludzi. Podczas gdy w innych miastach nie przetrwały żadne lub zachowało się jedynie kilka zabytków tego rodzaju, w Żytawie do dnia dzisiejszego podziwiać można ponad 80 epitafiów. Cenny zbiór epitafiów udostępniono w odrestaurowanym z tej okazji żytawskim kościele klasztornym franciszkanów pw. św. św. Piotra i Pawła.

Bogata i fascynująca historia
Te wybitne dzieła sztuki stanowią inscenizacje niezwykłych historii z okresu reformacji na Łużycach Górnych. Podczas gdy większość miast stosunkowo wcześnie przyłączyła się do nurtu reformacji, w ich bezpośrednim sąsiedztwie w dalszym ciągu istniały klasztory katolickie (Marienthal, Marienstern). Miasta w tym regionie były ze sobą ściśle powiązane pod względem gospodarczym. Kolejnym elementem spójnym był wystrój kościołów na wysokim poziomie artystycznym. Następnie do Łużyc Górnych przybyli wygnańcy religijni z Czech oraz bracia morawscy, którzy jeszcze bardziej ubarwili krajobraz wyznaniowy tych terenów. Z dzisiejszej perspektywy zaskakiwać może fakt, że po reformacji w Żytawie jeszcze do późnych lat XVII wieku korzystano z wielkiej średniowiecznej zasłony wielkopostnej, co zgodnie z twierdzeniami Lutra było całkowicie niedopuszczalne, a w 1573 roku zlecono nawet wykonanie kolejnej. Świadczy to o wyjątkowej historii okresu reformacji w tym regionie.
Wystawa unikatowych dzieł sztuki w pięknym dwunawowym kościele będzie najważniejszym wydarzeniem kulturalnym 2017 roku na Łużycach Górnych.

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Zcela jinak. Reformace v Horní Lužici
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Velká výstava léto/podzim 2017 na závěr obsáhlého projektu Obličeje reformace v Horní Lužici, Čechách a Slezsku, 2012-17 v kulturním prostoru Horní Lužice - Dolní Slezsko

Jak zažívali žitavští obyvatelé století reformace? Co si mysleli? Jaký byl jejich pohled na svět? Četné epitafy, které se zachovaly ze žitavských kostelů, poskytují překvapivě různorodé vysvětlení k těmto otázkám. Nově zrestaurované tvoří jádro největší žitavské výstavy k reformaci v Horní Lužici. Vedle obou postních pláten z let 1472 a 1573 bude prezentace epitafů další vrchol mezi žitavskými kulturními poklady nadregionálního významu.

Epitafový poklad
Jednou ze zajímavostí Žitavy je mimořádně bohatá a nově restaurovaná sbírka epitafů ze 16. a 17. století. Epitafy byly objednávány osobami a rodinami, aby na ně zůstala zachovávána památka i po jejich zesnutí. Většinou jsou umělecky velmi vkusné a sestávají z nápisu a obrazu, často jsou znázorněné rodiny. Epitafy umožňují zajímavý pohled do života v době  reformace, svědčí o intimní a dojemné víře a naději, o osudu a nouzi obyvatel tehdejší doby. Zatímco se ve většině měst nedochovaly žádné nebo jen málo těchto děl, nachází se jich v Žitavě v současné době přes 80. Poklad epitafů bude k této příležitosti představen v restaurovaném Žitavském františkánském klášteře sv. Petra a Pavla.

Bohaté a vzrušující dějiny
Tato vynikající umělecká díla jsou zakompována do inscenace rozmanité a neobvyklé  historie reformace Horní Lužice.  Kromě měst, která již brzy přestoupila k reformaci se zde nadále nacházely v bezprostředním sousedství katolické kláštery (Marienthal, Marienstern). Po ekonomické stránce spolupracovaly kláštery velice úzce. Také na poli uměleckém vzhledem k ctižádostivé výzdobě kostelů existovaly různorodé vzájemné kontakty. Později se k tomuto vývoji přidali čeští exulanti a Bratrská jednota v Herrnhutu, kteří obohatili náboženskou rozmanitost Horní Lužice. Skutečnost, že se v Žitavě ještě dlouho po zavedení reformace používalo středověké velké postní plátno - po Lutherovi v podstatě nemyslitelné - až do pozdního 17. století a v roce 1573 se dokonce objednalo nové, může být z dnešního pohledu překvapivé, je ale pouze dalším dokladem mnoha neobvyklých dějů v době reformace. Nejvýznamnější výstavou 2017 v Horní Lužici bude prezentace vynikajících uměleckých děl v jedinečném dvojlodním kostele.

 

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