Hartau

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Einwohner: Zahlen und Fakten (Bevölkerung)
Gemarkungsfläche: 5,27 Quadratkilometer

Ortsbürgermeister: Wolfgang Lehmann
Büro des Ortsbürgermeisters: Obere Dorfstraße 18
Telefon dienstlich: (03583) 685 048
Telefon (privat): (03583) 685 985
E-Mail: wolfgang.lehmann@t-online.de

Bürgersprechstunde:
jeden 2. Mittwoch im Monat, 18:00 Uhr
Ort der Bürgersprechstunde: ehemaliges Gemeindeamt, Obere Dorfstraße 18

Ortschaftsratssitzung:
jeden 2. Mittwoch im Monat, 19:00 Uhr
Ort der Ortschaftsratssitzung: ehemaliges Gemeindeamt, Obere Dorfstraße 18

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Geschichte und Gegenwart
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Seit dem 1.1.1999 ist Hartau Ortsteil von Zittau. Südlich der Stadt und nahe am Dreiländereck zu Polen und Tschechien gelegen, erstreckt er sich von der Neiße bis an den Fuß des Zittauer Gebirges.

Wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts kamen Bauern aus westlichen deutschen Gebieten und gründeten auf der unteren linken Neißeterrasse, in der Aue an der Harth (althochdeutsch: niederer Wald oder Gebüsch auf feuchtem Grund) den Ort Harthau. Die Herrschaft über das Land an der Neiße führten die Herren von Grafenstein und Friedland. Von diesen kaufte die Stadt Zittau 1375 und 1384 den Ort. Das sind auch die ältesten urkundlichen Erwähnungen.
Erst 1839 wurde Harthau selbständig und war es bis zur Eingemeindung 1999.

Im Jahr 1884 wurde die Schreibweise „Hartau“ festgelegt. Seit 1972 gibt es Straßennamen.

Hartau besteht aus 2 Ortsteilen. Alt-Hartau ist ein Straßendorf mit Waldhufenflur und nimmt unter den Siedlungsformen in der Oberlausitz eine Sonderstellung ein. Da die Neiße den Ort auf der einen Seite begrenzt, konnten sich die Hufen nur in Richtung Gebirge ausbreiten.
Neu-Hartau entstand ab 1725 in südlicher Richtung auf dem „Viebig“, dem Viehweg, auch „Hutung“ genannt. Dieser Weg war ein Teil der alten Handelsstraße, über die „Hohle Gasse“ von Zittau kommend und weiter durch das Weißbachtal nach Deutsch-Gabel (Jablonné v. Podj.) führend.
Der Ortsteil erweiterte sich ständig, besonders im 20. Jahrhundert mit dem Bau der Häuser an Wald- und Siedlerstraße bzw. Töpferblick.

Erwerbszweige waren in früheren Zeiten vor allem die Landwirtschaft (bis 10 Bauernhöfe), der Gartenbau (bis 7 Gärtnereien), die Fischzucht (23 Teiche) und die Hausweberei (Pack- und Beuteltuch).
Die Einwohner mussten bis zu Hartaus Eigenständigkeit Fron- und Spanndienste für die Stadt Zittau leisten.
1836 begann der Braunkohleabbau, unter Tage bis 1915, im Tagebau von 1906 bis 1924 und nach dem 2. Weltkrieg von 1946 bis 1953.
1860 entstand die erste Ziegelei. In der Grube am Ton barg man 1932 den Teil einer Sumpfzypresse, die seit dem vor dem Johanneum in Zittau steht. Zeugen des Altbergbaues gibt es noch einige zu sehen (Lehrpfad Olbersdorf-Hartau-Hradek und zurück).

Sehenswürdigkeiten sind u.a. Röhrhäusel, Forstgut, Schule („Schkola“), Kretscham, alte Schule, alter Kretscham, Fischereigrenzstein, Dreiländereck, Sowjetischer Ehrenfriedhof, Ruine Karlsfried mit Steinkreuzen.

Weitere wichtige Objekte: Feuerwehr, ehemaliges Gemeindeamt, Gaststätte „Weißbachtal“, Kleingartenanlagen „Dreiländereck“ und „Wochenendsiedler“, Kindergarten „Birkenhof“, Kinderfarm „Birkenhof“, Vereinszentrum.

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben im Ort wird von vielen Vereinen, vereint im „Ortsverband der Vereine“, und der Gaststätte „Weißbachtal“ gestaltet.
Unser schöner Ort, besonders nach der grundhaften Erneuerung aller Straßen und Medien Mitte der 1990er Jahre, und seine Umgebung laden zu einem Besuch ein. Mehrere Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Sehenswerte und schöne Wanderziele in der Nähe sind u.a. Weißbachtal, Uhusteine, Fuchskanzel, Ruine Karlsfried.

Seit dem 1. Mai 1991 gibt es in Alt-Hartau einen Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer nach Tschechien. Er war der erste nach der deutschen Wiedervereinigung eröffnete Wanderübergang im damaligen Kreis Zittau, der jetzt auch für Reiter benutzt werden kann. Über ihn erreicht man viele Sehenswürdigkeiten und Wanderziele bei unseren Nachbarn, u.a. den Kristynasee, Grottau (Hrádek n.N.), Schloß Grafenstein (Grabstejn), Pfaffenstein (Popova skála), Lindeberg (Hahnbergaussicht - Kohoutí vrch).

Ortschronist Eckehard Gäble und Ortsbürgermeister Wolfgang Lehmann

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Sehenswürdigkeiten
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Röhrhäusel, das Wahrzeichen von Hartau
(zwischen und hinter den Grundstücken Obere Dorfstraße 47 und 49)
Unter Denkmalschutz, ein auf langgezogenem Achteckgrundriss stehender Sandsteinbau mit Walmdach.  
1726 als Sammelbecken errichtet zur Erweiterung der 1544 gebauten Goldbachwasserleitung für die Versorgung der Stadt Zittau bis 1864. Von 1866 bis wahrscheinlich 1898 Speicher für die Hartauer Wasserleitung. An der West- und der Nordseite Sandsteintafeln mit lateinischer Inschrift. Das Röhrhäusel wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert. Zuletzt im Jahr 2013.

Forstgut
(Obere Dorfstraße 31)
Unter Denkmalschutz stehendes Umgebindehaus mit Stallteil, 1783 erbaut vom Förster („adjungirter Fußknecht“) Gottlieb Wenzel, später Bauernhof, seit 1971 Wohnhaus.

Wohnhaus
(Untere Dorfstraße 3)
Unter Denkmalschutz stehendes schönes Umgebindehaus, erbaut wahrscheinlich Ende 18. Jahrhundert (vor 1805).

Schule
(Untere Dorfstraße 6)
Unter Denkmalschutz, erbaut 1889 mit 2 Schulräumen und 2 Lehrerwohnungen, später innen mehrmals umgebaut, seit 1999 Freie Grundschule Schkola Hartau.

Lernhaus Kretscham
(Untere Dorfstraße 7)
Erbaut 1882 nach Abriss des alten Hauses. 1852 verlegte der damalige Besitzer des Hauses Carl August Zwahr die Gastwirtschaft nach Um- und Anbauten aus seinem alten Kretschamgut (Untere Dorfstraße 13) hierher. Erdmann Glaser war der Erbauer des neuen Hauses, er nannte es „Zum Hirsch“. Der Gastwirtschaftsbetrieb endete 1972, danach Nutzung durch die Schule und Vereine, seit 1999 Eigentum der Schkola Hartau als freie Grundschule. Das Gebäude wurde in den Jahren 2007 bis 2009 von der Schkola Hartau umfassend restauriert zum Lernhaus Kretscham.

Alte Schule
(Untere Dorfstraße 15)
Unter Denkmalschutz stehendes Umgebindehaus. Erbaut 1780/81 nach langjährigen Bemühungen des Lehrers Johann Gottlieb Springer, mit einer großen Schulstube und der Lehrerwohnung, nach Abriss des alten kleinen Schulhauses. Nach dem Bau der neuen Schule im Jahr 1889/90 als Wohnhaus genutzt.

Alter Kretscham
(Untere Dorfstraße 13)
Unter Denkmalschutz stehender Zweiseitenhof. Wohn-Stall-Haus erbaut 1782 vom Ortsrichter Johann Zschirnt nach Teilabriss des alten Hauses. Das 32 x 11 m große Gebäude wurde quer an das alte angebaut. Letzteres, gut zu sehen vom Hartauer Dammweg, ist wahrscheinlich das älteste Bauwerk im Ort. 1852 verlegte der damalige Besitzer Carl August Zwahr den Gastwirtschaftsbetrieb in den „neuen“ Kretscham, danach nur noch Bauernhof. Große Scheune aus Bruchsteinen mit Brunnen im Hof.

Fischereigrenzstein
auf dem Platz neben der alten Schule (Untere Dorfstraße 15)
Steht unter Denkmalschutz, regelte seit dem 24.7.1565 das Fischereirecht in der Neiße Richtung Zittau. Der ursprüngliche Standort war etwa 350 m nordwestlich von hier am Ufer der Neiße. Der Stein wurde durch landwirtschaftliche Geräte stark beschädigt und 1985 nach Restaurierung hier aufgestellt.

Sowjetischer Ehrenfriedhof
(etwa 100 m nördlich der Straße „An der Ziegelei“ zwischen dem Straßenbaubetrieb und der Kleingartenanlage „An der Lache“). Steht unter Denkmalschutz. 1947 durch die Gemeinde Hartau errichtet, 1967 umgebaut. 15 bekannte (davon 6 Kleinkinder) und 255 unbekannte sowjetische Zwangsarbeiter, -innen und Kriegsgefangene wurden hier von 1942 bis1946 beerdigt bzw. von anderen Grabstellen und Friedhöfen umgebettet.

Ruine Karlsfried
(an der Straße Eichgraben-Lückendorf gelegen)
Steht unter Denkmalschutz. Die Burg wurde als Zoll- und Geleitstätte zur Sicherung der Gabler Straße von 1357 bis 1361 erbaut, 1424 von den Hussiten niedergebrannt und im selben Jahr wieder aufgebaut. Wegen Raubrittertum von den Sechsstädten 1441 gekauft und ein Jahr später geschliffen. 1690 Abbruch von Bausteinen zum Bau der Lückendorfer Kirche, 1721 weiterer Abbruch durch die Stadt Zittau. Heute sind nur noch einige Mauerreste zu sehen.

2 Steinkreuze
(Sie befinden sich auf der Böschung der Straße unterhalb der Ruine Karlsfried)
Stehen unter Denkmalschutz. Aufgestellt nach 1424 zur Erinnerung an die im Kampf gegen die Hussiten gefallenen Zittauer, auch Duellsteine genannt.

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Weitere unter Denkmalschutz stehende Gebäude
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Wohnhaus (Obere Dorfstraße 8)
mit Fachwerk im Obergeschoss, wahrscheinlich früher Umgebindehau, erbaut 1819.

Wohnhaus (Obere Dorfstraße 11)
mit Fachwerk im Obergeschoss, erbaut vermutlich um 1800.

Wohnhaus (Obere Dorfstraße 27)
Umgebindehaus mit teils verbrettertem Obergeschoss, erbaut 1824.

Wohnhaus (Obere Dorfstraße 40)
Umgebindehaus, Fachwerk im Obergeschoss verbrettert, erbaut 1783.

Wohnhaus (Obere Dorfstraße 44)
Fachwerk im Obergeschoss verbrettert, erbaut 1844.

Dreiseitenhof (Untere Dorfstraße 24)
Wohn-Stall-Haus erbaut 1836, Durchfahrtscheune, Pferdestall, offener Schuppen, Hofmauer.

Wohn-Stall-Haus (Härteltsweg 4)
im Obergeschoss Fachwerk, erbaut 1848 nach Abriss eines alten Gebäudes.

Dreiseitenhof (Untere Dorfstraße 39)
Wohn-Stall-Haus mit Fachwerk im Obergeschoss, erbaut vermutlich 1. Hälfte 18. Jahrhundert.

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Weitere Sehenswürdigkeiten
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Dreiländereck
(etwa 1 km nördlich des letzten Hauses der „Hohlen Gasse“)
Grenzpunkt zwischen Deutschland, Polen und Tschechien seit 1945, schöne Sitzgelegenheit, Obelisk

Feuerwehr
(Obere Dorfstraße 18a)
Errichtet 1998/99 nach Abriss des alten Schlauchtrockenturmes und Gerätehauses

Ehemaliges Gemeindeamt
(Obere Dorfstraße 18)
Errichtet 1928/29 als Wohnhaus, seit 1931 auch Sitz des Bürgermeisters bzw. Gemeindeamt. Seit 1998 Eigentum der „Wassergenossenschaft Hartau“, seit 1999 Büro des Ortsbürgermeisters

Gaststätte „Weißbachtal“  
(Obere Dorfstraße 33)
Errichtet 1805, Gastwirtschaft seit 1877, Saal angebaut 1900
Versammlungen, Feiern, Tanz- und kulturelle Veranstaltungen (zurzeit eingeschränkter Gaststättenbetrieb)

Kleingartenanlage „Dreiländereck“
(zwischen Obere Dorfstraße und Pfaffenbach gelegen, Haupteingang neben Haus Obere Dorfstraße 1)
mit Gartenschenke. Hier werden die Hartauer Ortsfeste und Johannisfeuer durchgeführt.

Kleingartenanlage „Wochenendsiedler“
(an der Straße „An den Brüchen“)
gegründet 1973 als Gartensparte „Friedensgrenze“, 1990 umbenannt, liegt im Bruchgelände des ehemaligen Braunkohleuntertageabbaus

Kindertagesstätte „Birkenhof“
(An der Pfaffenbach 2)
1961 in der ehemaligen Grubenbaracke des Braunkohlentagebaues (1946-1953) eingerichtet, Ende der 1980er Jahre massiv gebaut. 2015 Einstellung des städtischen Kindergartenbetriebes.

Kinderfarm „Birkenhof“   
(An der Pfaffenbach 2)
Kinderfreizeiteinrichtung, Teil des Kindergartengebäudes

Vereinszentrum
(Untere Dorfstraße 8)
Alter Dreiseitenhof, auch als „Schulgut“ bekannt, wurde in den 1990er Jahren zum Vereinszentrum des „Ortsverbandes der Vereine Hartau“ um- und ausgebaut.

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