Kulturhistorisches Museum Franziskanerkloster

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Sakristei im ehemaligen Franziskanerkloster
Sakristei im ehemaligen Franzikanerkloster
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Das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster blickt auf eine reichhaltige Geschichte zurück, die sich auch in der Gebäudestruktur widerspiegelt. Im Hauptgebäude sind neben dem Kassenbereich und dem Museumsshop Teile der Dauerausstellungen untergebracht. Über den Kreuzgang ist das Hauptgebäude mit dem Heffterbau verbunden. Dort befinden sich der große Sonderausstellungsraum, die SCHAUsammlung und die Wunderkammer. Zwischen den Gebäuden liegt der Klosterhof. Die Geschichte des Klosters und seine vielfältige Bedeutung als kulturelles Zentrum der Oberlausitz sind harmonisch in die museale Nutzung des Gebäudekomplexes eingebunden und bieten viele Entdeckungs-                                                                                         möglichkeiten.

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Geschichte
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Klosterkomplex
Klosterkomplex
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Die Geschichte der Städtischen Museen beginnt 1709, als die Wunderkammer der Zittauer Ratsbibliothek in einem eigenen genutzten Schausaal im Komplex des ehemaligen Franziskanerklosters eröffnet wurde. Als erstes Museumsexponat begründete eine 1564 aus Wien nach Zittau geschickte Säulchensonnenuhr die Sammlungsgeschichte. Damit gehören die Zittauer Museen zu den ältesten bürgerlichen Museen Mitteleuropas. Die Bildung als kulturgeschichtlich ausgerichtete Institution und damit als erstes Stadtmuseum Sachsens erfolgte 1854. Zu den Beständen der barocken Raritätensammlung gesellten sich die vom Zittauer Historiker Christian Adolph Pescheck zusammen getragenen Altertümer. Seither wurden die Sammlungen ständig erweitert und umfassen heute über 35.000 inventarisierte Objektgruppen mit einer vielfachen Zahl an Einzelwerken.

Der Baukomplex des ehemaligen Franziskanerklosters in Zittau zählt zu den ältesten und bedeutendsten Architekturensembles der Stadt Zittau. Ost- und Westflügel beherbergen die reichen und kostbaren Sammlungen der Städtischen Museen.
Die Südseite nimmt die Klosterkirche (Petri-Pauli-Kirche) mit ihrem 70 m hohen Turm ein – sie dient seit 1598 der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde als Gotteshaus.
Der mittelalterliche Westflügel wurde in der Zeit der Spätrenaissance und des Barock ausgebaut und erhielt seinen prächtigen Giebel 1658-1662 unter Bürgermeister Heinrich von Heffter (daher „Heffterbau“ genannt). Sein Erdgeschoss wurde innerhalb der Jahrhunderte als Kapelle des Klosters, Böhmische Kirche, Turnhalle und Ausstellungssaal genutzt. Im 1. Obergeschoss spielten die Schüler des Zittauer Gymnasiums ab 1710 Theater. Später war hier ein Teil der Ratsbibliothek aufgestellt, seit 1937 diente der Saal als Ausstellungsraum des Museums, seit 2004 ist er Domizil unserer SCHAUsammlung.
Im 2. Obergeschoss fand 1709 die festliche Eröffnung des Barocksaales statt. Er stellt als Schauraum für die Kunst- und Raritätensammlung der Zittauer Ratsbibliothek einer der ältesten städtischen Museumsräume Mitteleuropas dar. Heute beherbergt er die Wunderkammer und darin einzigartige Schätze aus der heutigen Christian-Weise-Bibliothek und den Museumsbeständen.

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Kleines Zittauer Fastentuch von 1573
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Kleines Zittauer Fastentuch von 1573
Kleines Zittauer Fastentuch von 1573
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Das Kleine Zittauer Fastentuch von 1573 ist das wichtigste Exponat im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster. Es ist ein kostbares Kunstwerk der Renaissance und ein herausragendes Zeugnis der Reformationsgeschichte: das einzige evangelische Fastentuch überhaupt. Gemalt von einem unbekannten Meister nach einem Vorbild von Lambert Lombard hat es mit 4,30 Metern Höhe und 3,50 Metern Breite, also insgesamt 15 Quadratmetern, beachtliche Dimensionen. Nach einer bewegten Geschichte kann es seit 2005 dauerhaft bewundert werden.

Zusammen mit dem Großen Zittauer Fastentuch ist es Teil der Via Sacra. Beide besitzen eine weit über die Landesgrenzen hinausreichende Bedeutung.

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Zittauer Sternstunden
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Von der Ersterwähnung Zittau bis zur hier gefeierten Erweiterung der Europäischen Union 2004 werden in zehn Momentaufnahmen herausragende Ereignisse aus 800 Jahren Stadtgeschichte präsentiert. Silbermünzen aus dem 13. Jahrhundert, eine Hussitentrommel und ein verbrannter Balken der alten Johanniskirche, aber auch ein Geldfass, das Modell eines mechanischen Webstuhls und ein Stück Kohle erzählen von den Hohen und Tiefen der Stadt in der Mitte Europas.

Krieg und Frieden, wirtschaftliche Blütezeiten und schwere Krisen wechselten sich ab. Verschiedene europäische Mächte prägten die reiche Kultur der alten böhmischen Königsstadt. Erst im 20. Jahrhundert rückte Zittau in den Hintergrund. In jüngster Zeit öffneten sich die Grenzen wieder. Damit liegen Zittau und das Dreiländereck an der Neiße wieder mitten im Herzen Europas.

Die lebendig gestaltete mehrsprachige Dauerausstellung wurde 2011 eröffnet. Sie widmet sich auch dem Stadtbild und präsentiert faszinierende Stadtmodelle sowie historische Ansichten. Zudem werden in den mittelalterlichen Klosterkeller Einblicke in Wasserversorgung, Töpferkunst und die Gerichtsbarkeit gegeben.

Titel: 
Zittauer Lebensräume. Geschichten von Alt und Jung, Arm und Reich, aus Stadt und Land
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Dormitorium mit den Zittauer Lebensräumen
Dormitorium mit den Zittauer Lebensräumen
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Über Jahrhunderte war das Obergeschoss des heutigen Kulturhistorischen Museums Franziskanerkloster in Zittau bewohnt - vom 13. Jahrhundert bis zur Reformation von Mönchen, danach bis 1928 von Witwen und bedürftigen älteren Frauen. Zeitweilig wurden hier auch Gäste beherbergt - Wandgestaltung und Wandmalereien wie der nördlich der Alpen einzigartige „Zittauer Jungbrunnen“ verweisen auf deren höhere Ansprüche.
Die neue Dauerausstellung „Zittauer Lebensräume“ knüpft an diese Historie an. Herausragende Objekte aus den reichen Zittauer Sammlungen erzählen Geschichten von Jung und Alt, Arm und Reich, aus Stadt und Land. Ausgehend von einem Glaspokal mit den Darstellungen der Lebensalter von 0 bis 100 bieten 14 thematische Räume Einblicke in die Alltagsgeschichte über die Zeit, in Lebensgeschichten von der Wiege bis zur Bahre.

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Jungbrunnen
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Zittauer Jungbrunnen
Zittauer Jungbrunnen
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2008 traten im Obergeschoss des alten Franziskanerklosters unter dicken Tünchschichten einzigartige Wandmalereien eines Jungbrunnens zum Vorschein. Aus allen Richtungen streben Menschen unterschiedlicher Stände, von König und Königin bis zu Nonne und Bettelmönch auf Karren, Leiterwagen, in Sänften, Kiepen oder am Stock humpelnd zu einem Brunnenhaus, um dort ein paar Tropfen des verjüngenden Quells zu erhaschen und sich dann der ewigen Liebe hinzugeben. Der Brunnen ist Symbol für Sehnsüchte, ein Bild des Traumes vom ewigen Leben und gleichzeitig ein zeitgeschichtliches Dokument, wovon es nördlich der Alpen aus dem 15. Jahrhundert kein vergleichbares gibt.

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Kreuzzeichen und Heiligenhimmel - Sakrale Kunst vom Mittelalter bis zur Moderne
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Berührt von textilen Bildnissen der Zittauer Fastentücher von 1472 und 1573 schenkte der Kölner Sammler Wolfgang Sternling seine Kreuzsammlung nach Zittau. Dazu gehören Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Bücher, Skulpturen und Zeugnisse der Volksfrömmigkeit vom Mittelalter bis zur Gegenwart aus Europa, Südamerika und Nordafrika. Eine Auswahl dieser Sammlung wird im Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters präsentiert.

Im Kapitelsaal des ehemaligen Franziskanerklosters wird Kunst der Renaissance und des Barock aus Zittau und Umgebung ausgestellt. Dazu gehören Gedächtnisbilder (Epitaphien) städtischer Bürgerfamilien, Goldschmiedekunst sowie sakrale Kunstwerke katholischer und evangelischer Herkunft.

Der gotische Einstützensaal der Sakristei beherbergt unter dem Motto „Im Himmel zu Hause“ sakrale Kunst des Mittelalters. Es sind Heiligendarstellungen aus Kirchen der südlichen Oberlausitz – Gemälde und Skulpturen, in denen sich die engen europäischen Verbindungen zwischen Böhmen, Schlesien und Sachsen spiegeln.

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Klosterhof
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Klosterhof mit Grufthäuser
Klosterhof mit Grufthäusern
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Schon im Mittelalter diente der Klosterhof den Franziskanern als Gottesacker. Nach dem Abbruch des klösterlichen Nordflügels entstand im 17. und 18. Jahrhundert ein einzigartiger Begräbnisplatz. Er stellt heute mit seinen Grufthausreihen und in seiner Geschlossenheit die eindrücklichste und architektonisch bedeutendste Friedhofsanlage des Barock in Sachsen dar (Dr. Ulrich Rosner, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen).

Mit der Struktur eines relativ regelhaften Gevierts nimmt die Bebauung des Klosterhofs die Form des einstigen Kreuzgangs auf. Die An­lage folgt dem Typus des italienischen Camposanto-Friedhofes, der sich durch Arkadenreihen und Begräbnishallen auszeichnet. Mit seinen opulenten Formen und Gestaltungselementen ist der Zittauer Klosterhof jedoch ein ganz eigenes Beispiel einer bürgerlich-protestanischen Begräbniskultur, die Zeugnis ablegt von tief empfundener Heils- und Glaubensgewissheit, aber auch von einem großen repräsentativen Anspruch über den Tod hinaus.

Während sich in den Hallen der Grufthäuser die Grabmale befinden, nehmen die unterirdischen Kammern die sterblichen Überreste auf.

Die erste Gruft entstand 1675 (Nr. 21), die letzte 1723 (Nr. 1). Auch in ihrer konsequenten Reihung bewahrt jede Gruft ihre Eigenständig­keit in Ges­taltung und Bauform nach dem Wil­len der jeweili­gen Bauherrschaft.

Titel: 
SCHAUsammlung
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SCHAUsammlung
SCHAUsammlung
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Die SCHAUsammlung vereinigt Exposition und Depositorum in einem und ermöglicht einen Einblick in die vielfältigen Sammlungsbereiche des Museums. Durch die Anordnung der Exponate nach Sachgruppen ändert sich die Perspektive auf die Objekte und lässt sie in dieser neuen Komposition zu einer Gesamtheit zusammen finden.

Außergewöhnliche Schätze aus Kunst und Kultur werden in Vitrinen und Schaukästen präsentiert. Der Querschnitt durch den Bestand zeigt unter anderem Zittauer Fayencen, Zinngefäße oder Barock- und Empiremöbel. Eine Gipsfigur Lenins steht zwischen barocken Heiligendarstellungen. Spielzeug und Alltagsgegenstände aus der DDR-Vergangenheit sind ebenfalls Bestandteil dieses Ausstellungsbereichs wie Werke von regionalen Künstlergrößen, zum Beispiel von Georg Grulich oder Max Langer. 

Titel: 
Wunderkammer
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Wunderkammer
Wunderkammer
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Zittau besitzt den ältesten städtischen Museumsraum Mitteleuropas: Im September 1709 wurde der Barocksaal im Heffterbau des alten Franziskanerklosters als Schausaal für die Raritäten der Zittauer Ratsbibliothek eingeweiht. Ein geistreiches Bildprogramm und eine prächtige Ausgestaltung bieten einen festlichen Rahmen für die Schätze der Wunderkammer, vom Schädel des Bibliotheksgründers und Bürgermeisters Nikolaus von Dornspach, über Kaiserbildnisse, antike Münzen, Kugelfisch und Krokodil bis zu türkischen Steigbügeln, chinesischen Altärchen, einem großartigen Schiffsmodell, Reisesonnenuhren und einem Himmelsglobus von 1690.

Die Zittauer Wunderkammer ist ein einzigartiges Zeugnis einer bald 450-jährigen bürgerlichen Sammlungsgeschichte, die 1564 mit der Schenkung einer Säulchensonnenuhr aus Wien begann.

Einen besonderen Höhepunkt stellt die Armillarsphäre von 1790 dar, ein astronomisches Gerät vom Oberlausitzer Kunsttischler und Erfinder Michael Dienel, das die Bewegungen der Himmelskörper und die Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen nachvollziehbar macht. 1803 gelangte es als Schenkung in die Wunderkammer, verschwand allerdings im Laufe der Zeit und befand sich in den letzten Jahren in einem sehr schlechten Zustand. Aufwendige Restaurierungsarbeiten erlauben es, dieses und viele andere außergewöhnliche und einzigartige Objekte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

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Folterkeller
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Folterkeller
Folterkeller
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Im einstigen Weinkeller des Franziskanerklosters wurde 1937 mit Zeugnissen vergangener Gerichtsbarkeit ein Folterkeller nachgestellt. Daumenschrauben, Richtrad, spanische Stiefel, Streckbank und die Zittauer Richtschwerter stammen aus dem Stockhaus und den alten Gefängnissen. Die originalen Schauplätze von Strafe und Gericht werden in einer multimedialen Station veranschaulicht. Zudem kann man spannende Kriminalfälle aus der Zittauer Geschichte kennen lernen.

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