Zu den bedeutendsten mittelalterlichen Skulpturen in den Zittauer Sammlungen zählt eine Figur des hl. Nikolaus. Dieser ist als Bischof dargestellt, seine Gaben – drei goldene Kugeln – lassen sich nur noch erahnen, doch der freundliche Blick verweist auf die Bedeutung des Heiligen als Retter aus der Not, als derjenige, der mit seinen Geschenken Menschen vor viel Übel gerettet hat.
Die aus Lindenholz geschnitzte Figur stand einst in einem Altar in der Kirche von Bernstadt auf dem Eigen und befindet sich bereits seit über 120 Jahren im Zittauer Museum. Geschaffen wurde das Werk in den Jahren um 1500 in einer ausgezeichneten, jedoch namenlosen Werkstatt, die u. a. auch den großen Altar geschaffen hat, der heute in der Justkirche in Kamenz steht.
Am Zittauer Nikolaus nagte allerdings der Zahn der Zeit sehr stark. Seine Holzsubstanz war durch Insekten und Würmer angefressen und weitgehend zerstört, Teile der Gliedmaßen waren abgebrochen, die schlanke Gestalt des heiligen Bischofs schien nur noch als Fragment erhalten. Dank großzügiger Unterstützung konnte nun der Verfall gestoppt werden – die Nikolausfigur wurde von einer ausgewiesenen Fachrestauratorin in Dresden umfassend konserviert und restauriert und präsentiert sich nun stabil und dank der Reinigung verstärkt auch in einer hohen Ausdruckskraft.
Möglich war diese aufwändige Restaurierung nur dank einer großzügigen Spende des Freundeskreises der Kulturstiftung der Länder e.V. in Berlin (www.kulturstiftung.de/freundeskreis). Dieser Verein hat die Kosten vollständig übernommen und dadurch einem sehr bedeutenden, jedoch akut gefährdeten Oberlausitzer Kunstwerk eine neue Zukunft geschenkt.
Die Skulptur des hl. Nikolaus ist im Erdgeschoss des Kulturhistorischen Museums Franziskanerklosters, Klosterstraße 3, zu den Öffnungszeiten des Museums Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr zu bewundern.
Dr. Marius Winzeler
www.zittau.eu; www.zittauer-fastentuecher.de