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Stadtwappen Pressemitteilung vom 14.09.2007

„Arbeitswelt profitiert, wenn sie auf Vielfalt setzt“
Fachtagung zum EU-Jahr der Chancengleichheit im Zittauer Rathaus

Tagung im BürgersaalWelchen Herausforderungen muss sich unsere Dienstleistungsgesellschaft im Zuge der demografischen Entwicklung stellen? Welchen Wandel wird die Arbeitswelt dafür nehmen?  Welche Rahmenbedingungen sind nötig, um den Wandel zu gestalten und Chancengleichheit zu ermöglichen? Anlässlich des Europäischen Jahrs der Chancengleichheit veranstaltete das Sächsische Staatsministerium für Soziales gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Zittau, Petra Laksar-Modrok und dem Städteverbund „Kleines Dreieck“ eine Fachveranstaltung zum Thema „Arbeitswelt im Wandel“, zum dem polnische und tschechische Gäste geladen waren.
Dabei waren sich die polnischen, tschechischen und deutschen 120 Teilnehmer einig, dass nur eine Vereinbarung von Arbeits- und Lebenswelt  zur angestrebten Chancengleichheit führen könnte. Es wäre nach wie vor notwendig, den bestehenden Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts bei Entlohnung, Arbeitsbedingungen oder bei der sozialen Sicherheit aktiv entgegenzutreten. Zwar ist die von der EU angestrebte Frauenerwerbsquote von 60% auf dem sächsischen Arbeitsmarkt bereits erfüllt. Auch mehr als die Hälfte aller Abiturienten und aller Hochschulabsolventen ist weiblich. Dennoch werden Frauen in vergleichbaren Tätigkeiten nach wie vor schlechter bezahlt als Männer, die Unterschied im Bruttostundenlohn betragen im Freistaat Sachsen bis zu 22 %. Dennoch sahen die Teilnehmer die Chancengleichheit in der Arbeitswelt auf gutem Wege: Denn immer mehr Unternehmen würden erkennen, dass familienfreundliche Maßnahmen sich für sie auszahlen. Die demografische Entwicklung forderte sie dabei geradezu heraus, denn nur mit diesen Investitionen erhalten sie sich ihre Mitarbeiter und damit ihre Fachkräfte. So wird es sich kein Workshop im RathausUnternehmen zukünftig leisten können, auf die gut ausgebildeten Frauen zu verzichten. Je mehr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer wie Frauen selbstverständlich sei, desto weniger Diskriminierung werde es im beruflichen Alltag geben.
Wesentliche Maßnahmen hierfür sind das Elterngeld, die zunehmende Inanspruchnahme von Vätermonaten, Sachsens gute Infrastruktur an Kindertageseinrichtungen, eine vermehrte geschlechtersensible Personalpolitik und Berufsorientierung. Außerdem müsste das typisch „weibliche“ und typisch „männliche“ Berufswahlverhalten aufgelöst werden. Denn es ist weder aus Sicht der Chancengleichheit noch aus Sicht der demografischen Entwicklung zukunftstauglich, dass Mädchen kaum technische Berufe ergreifen und Jungen sich nur in wenigen Fällen im Sozial- und Gesundheitsbereich engagieren.

Sächsisches Staatsministerium für Soziales
Städteverbund „Kleines Dreieck“