Welchen Herausforderungen muss sich unsere Dienstleistungsgesellschaft
im
Zuge der demografischen Entwicklung stellen? Welchen Wandel wird die
Arbeitswelt dafür nehmen? Welche Rahmenbedingungen sind nötig,
um den
Wandel zu gestalten und Chancengleichheit zu ermöglichen? Anlässlich
des
Europäischen Jahrs der Chancengleichheit veranstaltete das Sächsische
Staatsministerium für Soziales gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten
der Stadt Zittau, Petra Laksar-Modrok und dem Städteverbund „Kleines
Dreieck“ eine Fachveranstaltung zum Thema „Arbeitswelt im Wandel“,
zum dem
polnische und tschechische Gäste geladen waren.
Dabei waren sich die polnischen, tschechischen und deutschen 120 Teilnehmer
einig, dass nur eine Vereinbarung von Arbeits- und Lebenswelt zur
angestrebten Chancengleichheit führen könnte. Es wäre nach
wie vor
notwendig, den bestehenden Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts bei
Entlohnung, Arbeitsbedingungen oder bei der sozialen Sicherheit aktiv
entgegenzutreten. Zwar ist die von der EU angestrebte Frauenerwerbsquote
von
60% auf dem sächsischen Arbeitsmarkt bereits erfüllt. Auch mehr
als die
Hälfte aller Abiturienten und aller Hochschulabsolventen ist weiblich.
Dennoch werden Frauen in vergleichbaren Tätigkeiten nach wie vor schlechter
bezahlt als Männer, die Unterschied im Bruttostundenlohn betragen
im
Freistaat Sachsen bis zu 22 %. Dennoch sahen die Teilnehmer die
Chancengleichheit in der Arbeitswelt auf gutem Wege: Denn immer mehr
Unternehmen würden erkennen, dass familienfreundliche Maßnahmen
sich für sie
auszahlen. Die demografische Entwicklung forderte sie dabei geradezu heraus,
denn nur mit diesen Investitionen erhalten sie sich ihre Mitarbeiter und
damit ihre Fachkräfte. So wird es sich kein
Unternehmen zukünftig
leisten
können, auf die gut ausgebildeten Frauen zu verzichten. Je mehr die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer wie Frauen selbstverständlich
sei, desto weniger Diskriminierung werde es im beruflichen Alltag geben.
Wesentliche Maßnahmen hierfür sind das Elterngeld, die zunehmende
Inanspruchnahme von Vätermonaten, Sachsens gute Infrastruktur an
Kindertageseinrichtungen, eine vermehrte geschlechtersensible
Personalpolitik und Berufsorientierung. Außerdem müsste das
typisch „weibliche“ und typisch „männliche“ Berufswahlverhalten
aufgelöst werden.
Denn es ist weder aus Sicht der Chancengleichheit noch aus Sicht der
demografischen Entwicklung zukunftstauglich, dass Mädchen kaum technische
Berufe ergreifen und Jungen sich nur in wenigen Fällen im Sozial-
und
Gesundheitsbereich engagieren.
Sächsisches Staatsministerium für Soziales
Städteverbund „Kleines Dreieck“