Pressemitteilung

Kulturerbe und Tourismus
Wiederentdeckung eines gemeinsamen Kulturraumes in der Mitte Europas

Ende 2004 wurde das durch die Europäische Union geförderte Projekt „Kulturerbe und Tourismus“ mit dem Ziel, insbesondere die kulturhistorischen Reichtümer der Euroregion Neiße darzustellen und touristisch zu vermarkten, gestartet. Die Verwirklichung der Idee der „via sacra“ und die Ausstellung zur Geschichte der Zittauer Fastentücher im März 2005 in Belgien sind erste konkrete Teilprojekte.

via sacra
Ohne Grenzen.
Durch Jahrhunderte.
Zur Besinnung.

Ein alter europäischer Kulturraum

„via sacra“ - das ist die Einladung zu einer Begegnung mit europäischer Kulturgeschichte im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien. Dort, wo die Gebiete der Oberlausitz, von Schlesien und Böhmen ineinander übergehen.
Deren Gemeinsamkeiten waren lange vergessen. Mit der Erweiterung der Europäischen Union werden sie neu entdeckt. Wegweiser sind herausragende sakrale Sehenswürdigkeiten und bedeutende Zeugnisse der Glaubensgeschichte. Sie prägen seit Jahrhunderten maßgeblich diesen Kulturraum.
„via sacra“ verspricht mitten in Europa eine einzigartige Berührung mit alter Kunst, Architektur und spannender Geschichte. Und eine Begegnung mit dem eigenen Selbst an Stätten der Würde und Besinnlichkeit.

Ausstellung zur Geschichte der Zittauer Fastentücher im Communauté Internationale St. Dominique

Die mehrhundertjährige Aufsehen erregende Geschichte des Großen und des Kleinen Zittauer Fastentuches wird erstmals in Brüssel dargestellt. Dazu lädt das Verbindungsbüro Brüssel des Freistaates Sachsen gemeinsam mit der Stadt Zittau und dem Internationalen Konvent St. Dominique (Communauté Internationale St. Dominique) ein. Die Ausstellung unter dem Titel „Die Zittauer Fastentücher - einmalig in Deutschland, bedeutend für Europa“ wird vom 4. bis 25. März 2005 in der Dominikaner-Kirche in der Avenue de la Renaissance stattfinden.
In Wort und Bild informiert sie über Zittaus sakrale Textilkunstwerke aus dem Spätmittelalter, die sich jeweils als einzige Exemplare ihrer Art in Deutschland erhalten haben.
Berichtet wird beispielsweise von der Odyssee des Großen Zittauer Fastentuches aus dem Jahr von 1472, mit dem einst zur Fastenzeit der Altarraum in der Zittauer Hauptkirche St. Johannis verhüllt wurde. Die riesige textile Bilderbibel (8,20 m x 6,80 m) mit 90 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament war lange Zeit verloren geglaubt, dann 1945 stark beschädigt geborgen und 1994/95 in der Schweiz restauriert worden. Seit 1999 wird sie in der eigens dafür rekonstruierten Zittauer Kreuzkirche in der größten Museumsvitrine der Welt ausgestellt.
Das ebenfalls in der Schweiz restaurierte Kleine Zittauer Fastentuch von 1573 zeigt eine monumentale Kreuzigungsszene, die von 30 Passionssymbolen umrahmt wird. Die Dauerausstellung dieses Kunstwerks wird derzeit in Zittau vorbereitet. Sie soll im September 2005 im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster eröffnet werden. In Brüssel wird das Kleine Fastentuch als hochwertige Kopie in seinen Originalabmessungen von 4,30 m Höhe und 3,50 m Breite zu sehen sein und entsprechend seiner ursprünglichen liturgischen Funktion in der gastgebenden Kirche den Blick auf den Altar verwehren.

www.zittauer-fastentuecher.de
www.zittau.de

Ines Heptner
Pressesprecherin


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